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St. Johannes Evangelist Oberbibrach

Ländliche Rokokokirche
 

Die Expositurkirche St. Johannes Evangelist in Oberbibrach zählt zu den bemerkenswertesten Rokokokirchen in der nördlichen Oberpfalz. Erbaut wurde sie unter Abt Dominikus I. von Lieblein nach Plänen des Chorherrn Hugo Strauß, der in Prag Architektur studiert hatte. Bevor der Neubau 1761 begann, riss man die spätmittelalterliche Saalkirche nieder. Ein gotischer Taufstein gibt heute noch Zeugnis der mittelalterlichen Kirche von Oberbibrach.

Der aus Oberbibrach stammende Maurermeister Adam Preisinger bekam den Auftrag, den Rohbau zu errichten, welcher bereits zum Ende des Jahres vollendet war. Nun begann der Stuckator Ulrich Lambeck mit der Dekoration des Innenraumes. Auch Michael Wild kam in Oberbibrach wieder zum Einsatz und übernahm die künstlerische Ausmalung des Raumes. Bis 1767 dauerten die Arbeiten im Innenraum an.

Die barocken Altäre wurden von der Vorgängerkirche übernommen und vom Klosterschreiner Jakob Steinl eingebaut und gerichtet. Steinl fertigte auch die spätbarocken Stuhlwangen, die Kanzel und übernahm alle anderen anfallenden Schreinerarbeiten.

Das Deckenfreko im Langhaus, das von reichen Rokokostuckaturen umgeben ist, zeigt Szenen aus der Apokalypse des Johannes. Die acht kleinen Fresken um das Hauptbild geben Ereignisse aus dem Leben des heiligen Apostel Johannes wieder.

Am Hochaltar ist wieder der Kirchenpatron zu sehen. Schreibend sitzt der Evangelist Johannes. Während dem Schreiben bekommt er scheinbar eine Vision und das Lamm Gottes erscheint vor ihm. Gefertigt wurde das Bild von Michael Wild. Flankiert wird das Säulengerahmte Hochaltarbild von den Ordensvätern, dem heiligen Augustinus und dem heiligen Norbert. Im Altarauszug ist ein Bild der Dreifaltigkeit zu sehen.

Der linke Seitenalter ist der Gottesmutter geweiht, der rechte dem heiligen Josef. Zu erwähnen sei hier noch der Kreuzweg, der ebenfalls von Michael Wild gemalt wurde.

Die Kirche von Oberbibrach ist ein schönes Beispiel für das barocke Schaffen der Künstler und Handwerker, die im Dienst des Klosters Speinshart standen.